Katalog der Musiksammlung der Liegnitzer Bibliothek des Herzogs Georg Rudolf, der sog. „BIBLIOTHECA RUDOLPHINA”

 

Dieser Katalog umfasst die Musiksammlung der im 17. Jahrhundert angelegten Liegnitzer Bibliothek des aus der Linie der Schlesischen Piasten stammenden Herzogs Georg Rudolf, deren Teile heute zu den Beständen von vier Forschungsbibliotheken: der Biblioteka Towarzystwa Przyjaciół Nauk w Legnicy (Bibliothek der Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften in Liegnitz), der Biblioteka Katolickiego Uniwersytetu w Lublinie (Bibliothek der Katholischen Universität Lublin), der Biblioteka Narodowa w Warszawie (Nationalbibliothek Warschau) und der Biblioteka Uniwersytecka w Wrocławiu (Universitätsbibliothek Breslau) zählen.

Die aus Legnica (dt. Liegnitz) stammenden Teile der Musiksammlung gelangten in die vier polnischen Bibliotheken im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Sie wurden wahrscheinlich in den letzten Kriegsjahren in Schlesien geteilt und sind nicht mehr in das Gebäude der ehemaligen Liegnitzer Ritter-Akademie zurückgekehrt. Einst gehörte diese Kollektion zum Bestand der größten Herzogsbibliothek der Aufklärungszeit, der sog. „Bibliotheca Rudolphina”.

Ihren Namen verdankt diese ihrem Gründer Herzog Georg Rudolf, einem Vertreter der Linie der Schlesischen Piasten, der von 1602 bis 1653 das Herzogtum Liegnitz regierte, das er nach dem Tod seines Vaters Herzog Joachim Friedrich von Liegnitz-Brieg übernahm.

Georg Rudolf kam am 22. Januar 1595 in Ohlau zur Welt. Nach dem Tod seines Vaters bis zu seinem formellen Herschaftsantritt im Jahr 1613 befand er sich unter der Vormundschaft des Herzogs Karl II. v. Münsterberg-Oels in Oels. Herzog Georg Rudolf genoss eine sorgfältige Ausbildung. Im Jahr 1611 studierte er an der Alma Mater Viadrina in Frankfurt (Oder). Nach seiner Rückkehr und Absprache der Erbschaftsteilung mit seinem Bruder Johann Christian, auf der Grundlage welcher Johann Christian das Herzogtum Brieg und Georg Rudolf das Herzogtum Liegnitz erhielt, machte er sich auf eine Auslandsreise. Von dieser Reise, die ihn u.a. nach Deutschland, Italien, die Schweiz und die Niederlande führte, brachte der Herzog eine Büchersammlung mit, die später um französische und italienische Werke ergänzt wurde, welche die Mitgift seiner ersten Ehefrau Fürstin Sophie Elisabeth von Anhalt-Dessau darstellten. Diese heiratete er im Herbst 1614 in Dessau. Nach der erneuten Rückkehr nach Liegnitz begann er mit dem Umbau seines Sitzes, des Herzogsschlosses in Liegnitz, weshalb die Büchersammlung in der Johanneskapelle untergebracht wurde. Der viele Jahre andauernde Schlossumbau wurde unterbrochen.

Der Herzog hielt sich eine Zeit lang in Prochowice (damals Prachwitz) auf, wo sich seit 1567 eine Residenz der Herzöge von Liegnitz-Brieg befand. Darüber hinaus verweilte er auch in Breslau. Es gibt keinen sicheren Anhalt dafür, dass die Büchersammlung nach Prachwitz verlegt wurde. Noch vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) ließ Herzog Georg Rudolf seine Büchersammlung katalogisieren. Aus dieser Zeit ist ein nicht datierter handschriftlicher Katalog erhalten geblieben. Nach den Einträgen zu urteilen, dürfte er nicht vor dem Jahr 1617 angelegt worden sein. Es sind darin keine Drucke enthalten, die älter als 1618 sind. Heute befindet sich dieser Katalog zusammen mit der gesamten 1946 hinzugefügten Liegnitzer Sammlung in der Altdruckabteilung der Breslauer Universitätsbibliothek. Wahrscheinlich handelt es sich um den ersten Teil eines geplanten größeren Katalogs. Dieser Katalog umfasst „Classis I Librorum Philosophicorum”. In der Abteilung elf „Mathematica”, Gruppe sieben „Musica” sind 84 Positionen in 121 Volumina enthalten. Am Ende des Katalogs befindet sich ein Sachregister, aus dem hervorgeht, dass der nach den Wissensgebieten angeordnete Katalog die ganze Herzogsbibliothek umfassen sollte. Bis heute ist jedoch nur der erste Teil erhalten geblieben. Der Katalog war wohl ursprünglich für einen längeren Gebrauch vorgesehen, wovon die leeren Stellen und Seiten in den einzelnen Teilen zeugen. Die ganze Herzogsbibliothek sollte 3090 Volumina zählen.

Die in späterer Zeit, in den Jahren 1619 und 1635, erstellten Kataloge sind bis heute nicht erhalten geblieben.

1636 wurde von Christoph Preller ein weiterer handschriftlicher Katalog „Illustris Bibliothecae Lignicens(is), hactenus, ex Dei gratia in praesesentissimo periculo conservatae, Catalogus, MDCXXXVI. Conscriptus â Christoph. Prellero” erstellt. Musikwerke bilden in diesem Katalog einen separaten Teil, der dem Rechts-, Medizin- und dem Geschichtsteil gleichgestellt ist. Sie werden auf den Seiten 1004 bis 1060 beschrieben. Genannt werden hier 290 Werke. Den, die allgemeine Bücherzahl in der Liegnitzer Bibliothek nennenden, Verzeichnis kann man jedoch entnehmen, dass 474 Stück Musikwerke darstellten. Zur Bezeichnung eines Volumens verwendet man hier die Erfassungseinheit „Stück“. Die Gesamtbibliothek bestand aus 5542 St. Bücheinbände, 738 St. Broschüren und 474 St. Musikwerke.

Die immer wieder durch neue Anschaffungen ergänzte Bibliothek ist jedoch nicht von mehreren Diebstahlfällen verschont geblieben, die im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg erfolgten. Der 1636 erstellte Verlustkatalog mit dem Titel: „Verzeichniss derer Bücher, welche bey Erbrechung der Fürstl. Bibliothek, beiden alhier und zu Parchwitz verlohren worden 1636” stellt nicht nur den Nachweise der Verluste dar, sondern bestätigt zugleich, dass sich Teile der herzöglichen Büchersammlung sowohl in Liegnitz als auch in seinen Parchwitzer Gütern befanden. Aus diesem Katalog folgt, dass die Büchersammlung um 530 Vol., darunter 16 Musikalien in 55 Volumina verringert wurde. Es gibt keine näheren Angaben dazu, wann diese Volumina verschwunden sind und wer dafür verantwortlich war. Für die Zerstörung der Bibliothek im Jahr 1627 waren höchstwahrscheinlich Soldaten der kaiserlichen Armee Wallensteins verantwortlich. Verluste in den Jahren 1631-1635 waren wohl mit dem Durchmarsch der sächsischen Armee über das Gebiet des Herzogtums Liegnitz verbunden. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass die Zerstörungen durch schwedische Truppen verursacht wurden, obwohl gerade Schweden Bibliothekssammlungen von Leubus nach Stettin und aus Neiße oder Olmütz schafften.

Im Jahr 1646 tätigte er eine Stiftung für die protestantische Schule an der Johanneskirche. Er überließ ihr seine Bibliothek. Herzogin Elisabeth Magdalena, die zweite Ehefrau des Herzogs Georg Rudolf und Tochter des Herzogs Karl II. von Oels verstarb kinderlos im Jahr 1631. Herzog Georg starb am 14.01.1653. Vor seinem Tod bestätigte er jedoch die Stiftung. Sein Wille wurde jedoch wohl nicht wirklich respektiert, da in dem auf Geheiß von Ludwig IV. erstellten weiteren handschriftlichen Bibliothekskatalog diese Bestände als „Bibliotheca Ducalis” bezeichnet wurden. Die Bibliothek wurde also als herzögliche Bibliothek und nicht als Schulbibliothek bezeichnet. In dem, in zwei identischen Exemplaren angefertigten, Katalog werden die Musikbestände im Teil „Libri Musici” in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Genannt werden 126 Musikwerke. Es ist jedoch anzunehmen, dass der Katalog nicht die gesamte Kollektion umfasst.

Mit dem Tod des letzten Schlesischen Piasten, Herzog Georg Wilhelm, im Jahr 1675 fiel das Herzogtum Liegnitz-Brieg-Wohlau als Lehen direkt an Österreich. Die Bibliothek ging in österreichische Verwaltung über. Die ganze Büchersammlung war weiterhin in der Johanneskapelle untergebracht.

In dem im Jahr 1687 erstellten Katalog werden bei den Musikbeständen 486 Vol. genannt. Die Musikwerke wurden in alphabetischer Reihenfolge den Namen ihrer Komponisten nach eingetragen, wobei jedoch Adligate mit mehreren miteingebundenen Positionen nicht getrennt wurden. Am Ende des Katalogs gab man an, dass in der Bibliothek 51 Vol. musikalischer Handschriften und 22 Vol. „mit Notenlinien” vorhanden waren. Die Zahl von 486 Vol. war die höchste Zahl die diese Sammlung je zählte.

Ähnlich wie die gesamte herzogliche Büchersammlung wurden jedoch die Musikbestände ständig verringert. Die Bücherzahl ging zurück. Im Jahr 1698 wurde die ganze Bibliothek in das Herzogsschloss verlegt. Die Johanneskirche wurde den Jesuiten überlassen.

Auf Geheiß des Kaisers Josef I. wurde die Bibliothek 1708 an die neugegründete Ritter-Akademie übergeben und schließlich im Jahr 1741 im Gebäude dieser Akademie untergebracht.

Die Bibliothek wurde 1822 von Friedrich Schultze beschrieben. Dabei erstellte dieser einen, bis heute nicht erhalten gebliebenen, Katalog. Es sind jedoch handschriftliche Vermerke von Schultze auf einem nicht datierten Katalog erhalten geblieben, der Listen und Aufstellungen zum Bibliotheksbestand enthält. Hier werden 117 Nummern mit Musikwerken in alphabetischer Reihenfolge genannt. Einbände werden unter gemeinsamen Nummern genannt. In dem Katalog wurden zahlreiche Streichungen getätigt. Ein Teil davon ist mit dem Datum 1854 und der Unterschrift von Fr. Schultze versehen. Auf losen Blättern mit Kalkulationen zur Büchersammlung befinden sich Vermerke zu den Verlusten und den Beständen. Bei den mit dem Datum 7. August 1826 gekennzeichneten Verlusten befindet sich ein Vermerk, dass Musikdubletten nach Berlin übergeben wurden (5 Nummern in 13. Vol.). In der Gesamtaufstellung wurden 456 Vol. mit Musikwerken und eine Gesamtbücherzahl von 5281 Vol. angegeben.

Eine weitere Nachricht zum Bestand der Musikbibliothek enthält der handschriftlich verfasste Katalog des Berliner Bibliothekars Prof. W. Dehn aus dem Jahr 1854, der die Musikdrucke und -handschriften der Ritter-Akademie umfasst. Der Autor nennt darin 228 Drucktitel in alphabetischer Reihenfolge, den Namen der Komponisten bzw. den Namen der Anthologieautoren nach. Jeder Position entspricht eine genaue Abschrift des Titels, die Verlagsadresse, die Stimmenzahl, das Format und ein Bestandsverzeichnis. Bei Anthologien werden die Komponisten der darin enthaltenen Werke, die Anzahl der Werke in jedem Druck und Hinweise zu Widmungen und Texten angegeben. Im zweiten Teil des Katalogs werden 23 Handschriften, 11 Gesangbücher genannt. Am Ende der Handschrift befindet sich ein Notenteil mit den Transkriptionen einiger ausgewählter im Katalog besprochener Werke. Darunter befinden sich Jugendkompositionen des Herzogs Georg Rudolf. Ein Teil des Katalogs von Dehn wurde nach dessen Tod von Robert Eitner bearbeitet und in den „Monatsheften für Musikgeschite” veröffentlicht. Erschienen ist nur der Bestandsteil bis zum Buchstaben H.

Den ersten Druckkatalog der gesamten Musikbestände der Liegnitzer Büchersammlung stellt die in den Jahren 1876-1878 veröffentlichte Arbeit von Ernst Pfudl dar, die eine umfassende historische Einleitung zur Büchersammlung enthält und die die Basisquelle für alle Vergleichsstudien darstellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Rahmen der Zusammenfügung verstreuter Bestände aus verschiedenen schlesischen Bibliotheken fast die gesamte Liegnitzer Büchersammlung (die sog. „Bibliotheca Rudolphina”) der neugegründeten Breslauer Universitätsbibliothek hinzugefügt. Die Musikwerke gehörten jedoch nicht zu diesem teilweise inkompletten Bestand. Man fürchtete, dass bis zur heutigen Zeit nichts von der kostbaren Musikaliensammlung der Rudolphina erhalten geblieben ist. Im Jahr 1955 schrieb Bronisław Kocowski, dass man nicht weiß, was mit diesem Teil der Büchersammlung geschehen ist. Er nahm an, dass diese Musikalien auf Bibliotheken in der DDR und der BRD verteilt wurden. Er schloss jedoch nicht aus, dass die Musiksammlung auf verschiedene Bibliotheken in Polen verteilt wurde, wo man ihre Herkunft nicht kannte. Die Rudolphina verfügt nämlich über keine Eigentumskennzeichnungen der Objekte, wie Namensstempel des Eigentümers oder Exlibris. Eine andere Möglichkeit gab Wolfgang Scholtz an: „Heute befindet sich die Rudolphina mit ihren wertvollen und einmaligen Werken in der Sowjetunion, wahrscheinlich in Kiev”. Beide Nachrichten erschienen im Jahr 1955.

Ein Beweis für die Zugehörigkeit zur Piasten-Büchersammlung bilden jedoch für Personen, die die allgemeine herzögliche Büchersammlung kennen, die Einbände mit den Initialen von Herzog Georg Rudolf G. R. H. Z. L. V. B. und mit dem Einbanddatum, das auf dem vorderen Buchdeckel angebracht wurde. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auf den Positionen der Rudolphina neue Signaturen auf Aufklebern mit Tinte angebracht. Diese Aufkleber befinden sich im unteren Teil jedes Buchrückens. Man weiß nur, dass die Breslauer Universitätsbibliothek eine bestimmte Anzahl an Drucken aus der Musiksammlung von Herzog Georg Rudolf besitzt. Dank der genauen Analyse des erhalten gebliebenen Musikteils der Rudolphina konnte festgestellt werden, dass Musikalien, die im 17. Jahrhundert zur Herzogssammlung gehörten, handschriftliche Signaturen mit den Nummern 1 bis 117 an den Positionen aufweisen. Die Aufkleber aus dem 20. Jahrhundert wiesen hingegen die Signaturen 4853 bis 5310 auf.

Während der Katalogisierung der Musikbestände stellte man fest, dass sich in der Gruppe der nach dem Zweiten Weltkrieg “sichergestellten Bestände“ der Breslauer Universitätsbiliothek ein Paar Positionen der Rudolphina befinden, nämlich 4 Stimmenbücher aus verschiedenen Sätzen, einschließlich zwei Adligaten mit insgesamt 17 Drucken. Das fünfte erhalten gebliebene Volumen stellte eine separate Inventareinheit dar. Derzeit besitzt die Musikabteilung 3 Handschriften-Volumine. Libr. Mus. 58 wurde in die Bestände im Jahr 1946 bei der Neugründung der Universitätsbibliothek nach dem Krieg. Durch einen Zufall erwarb man in den 70er Jahren von einer Privatperson, die rein zufällig Musikalien aus einem Familiennachlass zum Verkauf anbot, eine Handschrift mit derselben Libr. Mus. 58, nämlich die Septima Vox. Im Jahr 1961 erwarb man von einem Antiquariat eine Handschrift mit der Liegnitzer Libr. Mus. 19. Darüber hinaus befanden sich in der Altbücherabteilung im Liegnitzer Sammlungsbestand musiktheoretische Traktate (11 Titel) und mehrere Gelegenheitsdrucke mit Noten, die ursprünglich in der Rudolphina keinen separaten Musikbestand darstellten.

Im Jahr 1962 erschien eine Arbeit von Jerzy Gołos über die in der Warschauer Nationalbibliothek befindlichen Lautentabulaturen. Zwei der besprochenen Tabulaturen stammen aus der Liegnitzer Bibliothek und verfügten über die alte Signatur Libr. Mus. 98 und Libr Mus. 100 und waren mit den Rudolphina-Signaturen 5229 und 5231 versehen.

1969 brachte die Katalogverfasserin in Erfahrung, dass sich eine bestimmte Anzahl an Drucken und Handschriften der Rudolphina in der Bibliothek der Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften in Liegnitz befindet. Diese wurde der dortigen Bibliothek im Jahr 1964 von Feliks Wiśniowski, einen Liegnitzer Lehrer übergeben, der sie bis zu diesem Zeitpunkt sorgfältig aufbewahrte. Diese Kollektion bestand, wie man später feststellte, aus Einbänden mit den Rudophina-Signaturen von 4860 bis 5308. Die Mehrzahl davon stellten Adligate dar. Man stellte fest, dass in den 36 Volumina 198 Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert eingefasst wurden, die jedoch nur einzelne Stimmenbücher aus den einst in der Rudolphina befindlichen kompletten Werken darstellten. Darüber hinaus befanden sich in Legnica zwei Volumina, die zwei Verlagseinheiten entsprachen. Eins davon war das Gesangsbuch von Valentin Triller „Ein Christlich Singebuch”, gedruckt in Breslau im Jahr 1559. Eine separate Einheit stellte die Lautentabulatur von Joachim van den Hove „Delitiae musicae”, gedruckt in Utrecht im Jahr 1612. Dieses Exemplar unterscheidet sich von den heute bekannten sechs Auflagen durch den auf dem Titelblatt in der Verlegeradresse enthaltenen Vermerk „et veneunt apud Johannem Ioannis bibliopolam Arnemiae”. Darüber hinaus befanden sich in der Liegnitzer Sammlung sechs Handschriften. Unter ihnen war auch die Orgeltabulatur mit der alten Signatur 101, die als unwiederbringlich verloren galt.

Die Fortschritte bei der Suche der Liegnitzer Bestände wurden in Veröffentlichungen aus den Jahren 1973, 1975 und 1984 dargestellt. Die Bearbeitung der erhalten gebliebenen Bestände ließ die Schlussfolgerung zu, dass diese obwohl nur fragmentatisch erhalten, doch einen enormen Wert aufweisen. Man kann versuchen die fehlenden Stimmen der einzelnen Werke - wenigstens teilweise - durch die in anderen Bibliotheken befindlichen Stimmenbüchern zu ergänzen.

Im Jahr 1975 wurde bei der in Legnica veranstalteten IX Allgemeinpolnischen Musikologischen Konferenz ein Vortrag über Musikalien aus der Bibliothek der Ritter-Akademie Liegnitz gehalten, der über die Aufbewahrung bestimmter Liegnitzer Musikbestände in der Nationalbibliothek Warschau informierte.

Die Krönung der Suche bildete die im Jahr 1983 in den Sälen des Okręgowe Muzeum Miedzi w Legnicy (Kupfermuseums Liegnitz) durch dieses Museum und den Legnickie Towarzystwo Muzyczne (Liegnitzer Musikverein) veranstaltete Ausstellung von fünfundsiebzig Positionen aus drei polnischen Bibliotheken, in denen, nach den damaligen Kenntnisstand, Musikbestände der Rudolphina gelagert wurden. Anlässlich dieser Ausstellung wurde der angeführte Katalog erstellt.

Eine natürliche Konsequenz der Auffindung der Liegnitzer Bestände in drei polnischen Bibliotheken bildete die Vorbereitung eines Katalogs, das die geretteten Musikalien präsentiert. Unerwartet stellte die Verfasserin jedoch im Jahr 1987 fest, dass Liegnitzer Exemplare in einer weiteren Bibliothek vorhanden sind. Im Jahr 1987 fand nämlich in Lublin die VII Nationale Konferenz der Musikbibliothekare statt. Anlässlich dieser Konferenz präsentierte die Katholische Universität Lublin (KUL) eine Ausstellung musikalischer Positionen. Darunter befanden sich Altdrucke und Handschriften der Rudolphina, deren Herkunft bisher unbekannt war.

Dieser Katalog, der alle bisher lokalisierten Drucke und Musikhandschriften aus der Liegnitzer Buchsammlung enthält, umfasst insgesamt 265 Positionen. Davon stellen 240 Positionen Drucke und 25 Positionen Handschriften dar.

Es ist nicht einfach, die genaue Zahl der erhalten gebliebenen Volumina genau zu bennenen. 47 Vol. befinden sich in Legnica in der Bibliothek der Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften. 33 Vol. befinden sich in der Universitätsbibliothek der Katholischen Universität Lublin. 126 Vol. zählt der Bestand der Nationalbiliothek Warschau. In Warschau wurden jedoch während der Katalogisierungsarbeiten die alten 2 Vol. Adligate in die einzelnen Stimmenbücher geteilt, was 28 Berechnungseinheiten ergab. Daher befinden sich heutzutage 100 Vol. der alten Liegnitzer Sammlung in Warschau. Bis zum Herausgabedatum dieses Katalogs, d.h. bis zum Jahr 1992, stellte man fest, dass in der Breslauer Universitätsbibliothek 23 Vol. vorhanden waren, von denen 15 Vol. Musiktraktate und musikalische Gelegenheitsdrucke darstellten. Diese gehörten der allgemeinen herzöglichen Sammlung an und wurden ursprünglich nicht in den Liegnitzer Musikkatalogen berücksichtigt.

auf der Grundlage der entwickelten

A. Kolbuszewska "Katalog zbiorów muzycznych legnickiej biblioteki księcia Jerzego Rudolfa Blibliotheca Rudolphina", Legnickie Towarzystwo Muzyczne, Legnica 1992

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